
Der Widerstand gegen die Zerstückelung der Bundesliga-Spieltage wächst ... Foto: Imago
„Bundesliga nur samstags – und damit basta!
>Berlin/Sinsheim. (enze)Dass die wendigen Terminplaner der Deutschen Fußball-Liga (DFL) erst am allerletzten Februartag die Partie zwischen Eintracht Frankfurt und 1899 Hoffenheim von diesem Freitagabend auf Samstagnachmittag verlegt hatten, war nur der letzte Stein des Anstoßes. "Das ist total ärgerlich", sagt Johann Maria Just, der Vorsitzende des Hoffenheimer Fanklubs "Berlin Xberg", "eine Frechheit, wie die mit den Fans umgehen." Und weil die DFL die Spieltage noch stärker zerstückeln will, sodass künftig in der Ersten Liga auch Samstag- und Sonntagabend-Partien auf dem Programm stehen werden, wächst der Widerstand an der Basis. Während Kreisligen im Ruhrgebiet bereits aus Protest gegen die sonntäglichen Profifernsehspiele streikten, gründeten jetzt die "Hoffe"-Freunde aus dem traditionell rebellischen Kreuzberg die "Initiative 15:30 Uhr" (Internet: www.fc1899berlinxberg.de). "Unser Ziel ist die Beschränkung für Erstliga-Spiele auf Samstag um 15.30 Uhr – und damit basta", sagt Just, Wahl-Berliner aus Balzfeld: "Die DFL-Vorstellungen sind fan- und familienfeindlich." Zumal für bahnreisende Fans seien die kurzfristigen Spielansetzungen ein großes Ärgernis; Frühbuchungen seien nicht möglich, und "normale Bahnkarten sind schweineteuer", erklärt Just.
Auf Verständnis stoßen die "Xberger" bei Emil Vetter, dem Vorsitzenden des "Zwingerclub", dem ältesten von nunmehr 95 Hoffenheimer Fanclubs. "Sonntags sollte in der Bundesliga gar nicht gespielt werden", meint er, "den Sonntag will ich eigentlich mit der Familie verbringen oder mir auch mal ein Kreisklassenspiel angucken." Auch Vetter fürchtet wegen "Fußball total" im Fernsehen um die Zukunft der Amateurvereine, "die wollen doch auch leben und brauchen jeden Zuschauer." Nur Arbeit kostete übrigens Hoffenheims "Ober-Fan" Emil Vetter die Terminverschiebung an diesem 24. Spieltag: der Sonderzug nach Frankfurt mit 500 1899-Anhängern war neu zu organisieren. "Wir mussten alle unsere Pläne umschmeißen", bedauert Vetter.
Fan-Proteste? Beim Bundesliga-Aufsteiger will man nichts davon wissen. "Überhaupt kein Thema", sagt Mike Diehl, bei 1899 Hoffenheim für die Fanbetreuung zuständig. "Unsere Fanclubs verstehen schon, dass wir Flexibilität brauchen, um an Sponsoren- und Fernsehgelder ranzukommen."
Copyright © rnz-online 2009
Zum Forum: initiative15:30Uhr
Neueste Kommentare
vor 40 Wochen 3 Tage
vor 48 Wochen 3 Tage